Traumpfad Eltzer Burgpanorama 2021

Soll mal einer sagen, im Fernsehen liefe nur Unfug. Wir sind Anfang des Jahres auf eine Wanderreportage des SWR gestoßen, in denen die so genannten „Traumpfade“ im Südwesten unserer Republik bewandert, beschrieben und beworben wurden. Viel schönes war dabei, jedoch waren wir SOFORT von der Burg Eltz und dem dort verlaufenden Rundweg begeistert. Den wollten wir unbedingt mal unter die Sohlen nehmen, da waren wir uns direkt einig.

Eigentlich sahen unsere Planungen auch für dieses Jahr wieder was anderes vor. Schließlich hatten wir zum ersten Mal gemeinsam drei Wochen Urlaub am Stück und hätten so wunderbar einen langen und entspannten Sommertörn an Bord unserer MaRa in den Niederlanden machen können. Doch wie schon in 2020 hielt uns auch in 2021 die Pandemie gut in Schach und wir mussten uns wieder eine Alternative ausdenken. Wir sind ja flexibel. Ganz ohne Boot ging es aber auch in diesem Jahr nicht ganz. Nachzulesen gerne hier:

Allerdings war im Mai trotz deutlich erkennbarer Verbesserung der Inzidenzwerte, die auf eine Entspannung im Juni/Juli deuten ließen, an eine Hotelbuchung nicht zu denken. Noch war alles dicht und keiner wusste, was die nahe Zukunft bringen würde. Also weiter flexibel bleiben und das hieß: wir mieten uns ein Wohnmobil!

Den Händler unseres Vertrauens fanden wir auch ganz in der Nähe und am 19. Juni stand unser Domizil für die nächsten Tage vor der Tür.

„Unser“ Euro Mobil AO 650 HS

Los ging es also Richtung Mosel, wo wir in Moselkern einen kleinen Campingplatz in der Nähe der Burg Eltz fanden. Sonntags wollten wir aber mit Blick auf die Coronasituation auf keinen Fall zur Burg hoch, so dass wir uns zunächst für einen Besuch von Cochem mit Moselrundfahrt und Besuch der dortigen Burg entschieden haben. Den anschließenden Bummel durch die Stadt haben wir dann aber verzichtet, denn Abstände waren hier nicht einzuhalten und es machte auch so gut wie keiner den Versuch. Leider!

Aber hier soll es ja ums Wandern gehen, daher nur ein paar Impressionen aus Cochem.

Cochem

Nun aber zu dem, was die Überschrift verspricht. Am Montag Morgen war es auch nicht mehr ganz so heiß und nach einem ausreichenden Frühstück ging es gut gelaunt los. Der Traumpfad selber wurde mit knapp 12 km angegeben. Allerdings mussten wir ja auch erstmal dahin kommen. Das war im Grunde genommen recht einfach. Nur 2,5 km am Eltzbach lang würden wir das Hotel/Restaurant Ringelsteiner Mühle und damit den nächstgelegenen Punkt des Rundwanderwegs erreichen.

Mit Hin- und Rückweg lagen also rund 17 km vor uns, was meiner besseren Hälfte zunächst doch Sorgenfalten auf die Stirn trieb. Sie hatte halt noch unsere Erfahrungen aus dem letzten Jahr lebhaft vor Augen. Doch den Mutigen gehört die Welt!

Zum Beginn erst einmal ein Karl-Kollmann-Gedächtnisfoto! Ich hatte im Winter die uralten Dias meines Vaters digitalisiert und dabei bin ich immer wieder über dieses Motiv gestolpert: Familienfoto im Verkehrsspiegel. Das kann ich aber auch, wenn auch zugegebener Maßen nicht so gut.

Der Ort zieht sich noch ein ganzes Stück am Eltzbach entlang (der Schwätz-Platz hat uns besonders gefallen!), bevor es dann für die letzten Meter in den Wald abzweigt.

Kurz vor der Rinngelsteiner Mühle haben wir dann schon den Rundwanderweg erreicht

Dort konnten wir uns auch gleich noch mal einen Überblick über die Tour machen. Der Rundwanderweg ist jedoch wunderbar ausgeschildert. Verlaufen ist unmöglich.

Was uns hier noch nicht klar war, haben wir dann am Ende des Weges gemerkt: Diesen Weg bitte IMMER im Uhrzeigersinn gehen. Aber dazu später mehr.

Zunächst ging es weiter durch den Wald, immer am Eltzbach lang. Eine wunderschöne Strecke ohne nennenswerte Herausforderungen außer, sich auf die Natur einzulassen. Vogelgezwitscher, Bachplätschern, der Wind in den Bäumen, mehr ist da nicht.

Wir haben uns schon über das flache Terrain gewundert, sollte es doch zur Burg gehen. Doch bereits nach kurzer Strecke ging es hinauf.

Wirklich hoch musste man aber nicht. Die Burg selber sieht man auch erst, wenn man kurz davor ist. Der Anblick ist aber atemberaubend.

Burg Eltz

Hinein kann man nur, wenn man eine Führung bucht. Das sollte man aber auf jeden Fall machen, denn es lohnt sich.

Auf http://burg-eltz.de liest es sich so:

Burg Eltz ist anders. Sie überstand alle Kriege unbeschadet. Sie ist seit ihrer Erbauung bis heute in Besitz und Fürsorge einer einzigen Familie. Sie hat eine unvergleichliche Architektur und eine originale Einrichtung aus acht Jahrhunderten. Sie bietet eine Rüst- und Schatzkammer mit Gold- und Silberarbeiten von Weltrang. Sie steht auf einem Fels und liegt trotzdem im Tal. Sie ist eingebettet im Eltzer Wald, einem Naturschutzgebiet von großer landschaftlicher Schönheit und voller seltener Pflanzen und Tiere. Sie liegt auch inmitten eines attraktiven Wandergebiets, mit dem preisgekrönten Traumpfad „Eltzer Burgpanorama“ und mit weiteren schönen Wegen für jeden Anspruch.

Nach gut 90 Minuten waren wir wieder auf dem Weg. Jedoch nicht ohne vorher noch eine zünftige Stullenpause auf einer der vielen Bänke an der Strecke zu machen. Information macht halt hungrig und wir hatten ja noch den Großteil des Weges vor uns.

Nun ging es oberhalb des Eltzbachs aber noch immer ohne nennenswerte Steigungen weiter. Unser nächstes Ziel hieß Wierschem. Der Ort liegt deutlich über dem Eltztal und uns erwartete also doch noch ein spürbarer Anstieg. An dem Abzweig hätten wir auch noch eine andere Entscheidung treffen können. Geradeaus ging es auf kürzerem Weg zurück Richtung Ausgangspunkt und ich müsste lügen, wenn es in unserer kleinen Wandergruppe nicht eine Stimme gegeben hätte, die das durchaus in Erwägung gezogen hat. Ich war aber schon mindestens 10 – 12 m in die Steigung hinein gelaufen und weigerte mich, so einfach umzukehren. Also weiter, immer weiter!

Bergauf nach Wierschem

Es sollte sich lohnen. Bisher ging es ja „nur“ durch den Wald, doch nun verließen wir das Eltztal, wanderten durch Wiesen und Felder und genossen das herrliche Wetter.

In Wierschem freuten wir uns auf einen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen. Leider war das einzige Café am Weg geschlossen, Montags Ruhetag. Schade. Also machten wir ein paar Meter weiter wieder eine kleine Pause und verzehrten die Reste aus unserem Rucksack. So wurde der auch leichter. Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist…..

Pause

Verlaufen war übrigens auch ohne die vielen Schilder für den Traumpfad nicht möglich. In Wierschem stand diese herrliche alte Hinweissäule.

Außerhalb des Ortes ging es am Waldrand weiter bergauf…..

…. um dann wieder steil hinab ins Eltztal zu klettern. Und hier ist der Grund, warum ich eingangs die Wanderung IM Uhrzeigersinn empfohlen habe. Es war wirklich steil und alle, die uns entgegen kamen, waren am stöhnen und jammern. Uns ging es gut, wir mussten ja nur runter.

Hinunter zurück ins Eltztal

Meine komoot-app zeigte es anschließend im Höhenprofil prima an:

Komoot

Die Ringeltaler Mühle lockte uns dann noch an, da uns der Magen in den Kniekehlen hing. Gut gestärkt und glücklich machten wir uns auf den Rückweg nach Moselkern, wo wir den Abend gemütlich an unserem Wohnmobil ausklingen ließen. 16,8 km mit 420 m rauf und ebenso wieder runter haben uns nullkommanix ausgemacht. Ein sehr abwechslungsreicher Wanderweg, der das Prädikat „Traumpfad“ mehr als verdient hat.

Unseren Moselurlaub verlängerten wir noch am nächsten Tag mit einem Aufenthalt in Bernkastel-Kues. Dort haben wir einen Stellplatz direkt an der Mosel ergattert und genossen einen weiteren wunderbaren Tag an diesem schönen Fleckchen Erde. Wir waren sicher nicht das letzte Mal hier, ob aber wieder mit einem Wohnmobil sei mal dahin gestellt. Es gab zu viele gemütlich aussehende Pensionen am Weg.

Bernkastel-Kues

Vielen Dank fürs Mitfahren, Mitwandern und vor allem Mitlesen. Schließen möchte ich mit einem Zitat von Goethe

Ein Mädchen und ein Gläschen Wein,

die lindern alle Not.

Und wer nicht küsst und wer nicht trinkt

der ist so gut wie tot.

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