Unser Boot

Eigentlich war der Plan, dass wir ein Boot kaufen, sobald wir Rentner sind. Aber wie heißt es so schön? „Leben ist das, was passiert, während du Pläne machst!“

So ist es uns jetzt auch gegangen. Wir haben in den vergangenen Jahren immer mal wieder nach einem passenden Schiff Ausschau gehalten, aber so richtig ernst haben wir das nie gesehen. Irgendwann kam aber mal die Überlegung, warum eigentlich warten?

Ja, im Moment haben wir noch nicht wirklich die Zeit, ein Schiff „richtig“ zu nutzen. Aber sind wir in 10 Jahren noch ausreichend fit, es dann zu tun? Und wäre es nicht schön, an einem sonnigen Wochenende die Zeit mit den Lieben auf dem Wasser zu verbringen?
Mein erster Offizier war zwar aus nachvollziehbaren Gründen zunächst auch skeptisch. Aber je länger wir uns mit dem Thema beschäftigten, desto begeisterter wurde sie. Und letztendlich erfüllte sie die Regel Nr. 1 beim Bootskauf: die Frau muss mitspielen! Dafür bin ich ihr zutiefst dankbar!

Also wurde die Internetrecherche intensiviert. Bootstyp, Motorisierung, Preisklasse, das alles war sehr schnell klar und schränkte das Angebot bereits deutlich ein. Es blieben aber noch immer reichlich Schiffe im Angebot. Emails flogen hin und her, es wurde telefoniert und besichtigt, erste Begeisterung wich oftmals Ernüchterung. Das galt speziell für die in Holland angebotenen Schiffe.

Es ist erstaunlich, welcher Gesamtzustand da für welche Preise angeboten wird. Alles war dabei: Bauruinen, Feuchtbiotope, Rostlauben. Auch wenn wir uns mal für ein Schiff näher interessierten, fanden wir später immer wieder Gründe, es sein zu lassen.

Und dann kam durch einen Zufall und einem Fehler des Maklers die „Seewolf“ in unser Leben.

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Angefragt hatten wir eigentlich ein anderes Schiff. Aber die uns genannte Kontaktadresse war die des Eigners dieser Altena 1050, zufälliger Weise auch in der Marina Rünthe in Bergkamen.

Als wir uns zur Besichtigung trafen, wollte ich den Termin eigentlich sofort abbrechen. Denn ich konnte mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass dieses Schmuckstück nicht unser Budget sprengen würde. Doch der Eigner meinte, wenn wir schon mal da seien, könnten wir auch an Bord kommen und mal einen näheren Blick werfen.

Vollausstattung: alles, was wir uns schon notiert hatten, was ergänzend zum Kaufpreis noch zu bestellen sei, war an Bord. Funk, Rettungsmittel, neue Fender, GPS, Tiefenmesser, Heizung, neue Polsterung, 5 (!) teilweise neue Batterien, Bugstrahlruder und und und.

Das Innenschiff glänzend gepflegt, der Motor regelmäßig gewartet, das Cabriodach neu, ich bin in die hintersten Winkel gekrochen und habe nichts gefunden, was mich skeptisch werden ließ. Auch mein erster Offizier war begeistert von der Aufteilung, dem Platz, den gepflegten Postern und Gardinen.

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Wir haben sehr schnell unsere Entscheidung getroffen. Aber es stand noch immer eine Probefahrt aus, da es aufgrund der noch immer frostigen Temperaturen Anfang Februar 2017 nicht sinnvoll war den Motor zu starten und den vorhandenen Frostschutz aufzugeben. Außerdem musste noch ein Krantermin vereinbart werden. Ich wollte das Boot auf jeden Fall von unten sehen.

Am 17.02.2017 war es dann soweit. Es war deutlich wärmer und sollte auch nicht mehr zu frostig werden. Also hieß es: Motor starten! Ich hatte mich über den DAF Diesel bereits schlau gemacht. Er sei sehr zuverlässig, würde aber etwas qualmen. Der Vorbesitzer warnte mich auch vor, da der Motor seit Oktober des Vorjahres nicht mehr gestartet wurde, würde es recht stark „nebeln“. Das war nicht übertrieben. Aber nachdem der Motor warm wurde, war davon kaum noch etwas zu merken. Die Maschine schnurrte trotz ihrer 40 Jahre wie ein Kätzchen.

Auch der Krantermin brachte keine negativen Überraschungen. Zwar müssen die Anoden im Herbst erneuert werden und sicherlich auch das Unterwasserschiff gereinigt und mit neuem Anitfouling versorgt werden, aber ansonsten bestätigte sich auch hier der positive Eindruck.

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Der Rest waren Formalitäten und seit dem 17. Februar 2017 sind wir stolze Eigner unseres eigenen Bootes. Aus der „Seewolf“ wird die „MaRa“ und wir freuen uns über viele entspannte und spannende Momente auf eigenem Kiel.

Martina und Ralf

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